Knapp 100 Gäste bei Grüner Veranstaltung: „Licca Liber – Zurück zum wilden Lech“

Am 11. November 2025 lud der Ortsverband Bündnis 90/Die Grünen Meitingen zu einer öffentlichen Informations- und Diskussionsveranstaltung in den Bürgersaal ein. Rund 100 Bürgerinnen und Bürger folgten der Einladung, um sich über den aktuellen Stand des Renaturierungsprojekts Licca Liber und die Perspektiven für den Lech im Bereich Meitingen zu informieren.

Fast 100 Gäste im Bürgersaal

Zu Gast waren zwei ausgewiesene Kenner des Lechs: Viola Frietsch, Projektleiterin Licca Liber beim Wasserwirtschaftsamt Donauwörth, und Dr. Eberhard Pfeuffer, langjähriger Vorsitzender des Naturwissenschaftlichen Vereins für Schwaben und Träger des Bundesverdienstkreuzes. Nach einer kurzen Einführung durch Kreis- und Gemeinderätin Annemarie Probst, machte zunächst Dr. Eberhard Pfeuffer die Zuschauer mit den Grundlagen des Lechs vertraut.

Dr. Eberhard Pfeuffer

Dr. Pfeuffer führte zu Beginn in die Vergangenheit und Gegenwart des Flusses ein. Sein Vortrag mit einer umfassenden Bebilderung machte deutlich, wie stark der Lech im 20. Jahrhundert durch Staustufen, Wasserkraftnutzung und Regulierungen verändert wurde. Viele Arten, die früher selbstverständlich am Lech vorkamen, gelten inzwischen als verschwunden oder stark zurückgedrängt. Gleichzeitig haben Hochwasserschutz, Energiegewinnung und Siedlungsentwicklung den Handlungsspielraum für natürliche Dynamiken weiter eingeschränkt.

Seine zentrale Botschaft lautete, dass der Lech ein Fluss im Korsett sei und Licca Liber aufzeigen solle, wie er wieder naturnäher gestaltet werden könne, ohne bestehende Schutzansprüche aus den Augen zu verlieren.

Im Anschluss erläuterte Viola Frietsch den aktuellen Stand des Projekts. Das Gesamtvorhaben ist in vier Abschnitte unterteilt, wobei Abschnitt 3 den Bereich rund um Meitingen umfasst. Für die Marktgemeinde ist dies der zentrale Teilbereich, dessen Planung derzeit mit besonderem Augenmerk vorangetrieben wird.

Frietsch zeigte auf, dass sich die Planungen in Abschnitt 3 komplexer darstellen als in den südlicheren Bereichen.

Viola Frietsch

Eine entscheidende Rahmenbedingung ist die Konzession zur Ableitung eines großen Teils des Lechwassers in den Lechkanal, die zwar 2032 ausläuft, mit hoher Wahrscheinlichkeit aber verlängert wird.

Damit ist auch langfristig nicht mit wesentlich größeren Wassermengen im natürlichen Flussbett zu rechnen. Dadurch bleiben die hydraulischen Möglichkeiten begrenzt: Natürliche Umlagerungen des Flussbetts, die für einen dynamischen und „wilderen“ Lech notwendig wären, treten aufgrund der geringen Wasserführung nur selten ein. Hinzu kommt, dass der Lech durch die vorhandenen Staustufen kaum noch Kies transportiert, sodass die für den Fluss typischen Umlagerungsprozesse ausbleiben. Zudem hat sich der Fluss über Jahrzehnte zunehmend in sein Bett eingegraben, was wiederum Auswirkungen auf Grundwasser, Ufervegetation und die Stabilität des Flusslaufs hat.

Nahezu alle Plätze waren besetzt

Damit ist auch langfristig nicht mit wesentlich größeren Wassermengen im natürlichen Flussbett zu rechnen. Dadurch bleiben die hydraulischen Möglichkeiten begrenzt: Natürliche Umlagerungen des Flussbetts, die für einen dynamischen und „wilderen“ Lech notwendig wären, treten aufgrund der geringen Wasserführung nur selten ein. Hinzu kommt, dass der Lech durch die vorhandenen Staustufen kaum noch Kies transportiert, sodass die für den Fluss typischen Umlagerungsprozesse ausbleiben. Zudem hat sich der Fluss über Jahrzehnte zunehmend in sein Bett eingegraben, was wiederum Auswirkungen auf Grundwasser, Ufervegetation und die Stabilität des Flusslaufs hat.

Lech bei Herbertshofen

Frietsch zeigte auf, dass sich die Planungen in Abschnitt 3 komplexer darstellen als in den südlicheren Bereichen. Eine entscheidende Rahmenbedingung ist die Konzession zur Ableitung eines großen Teils des Lechwassers in den Lechkanal, die zwar 2032 ausläuft, mit hoher Wahrscheinlichkeit aber verlängert wird. Damit ist auch langfristig nicht mit wesentlich größeren Wassermengen im natürlichen Flussbett zu rechnen. Dadurch bleiben die hydraulischen Möglichkeiten begrenzt: Natürliche Umlagerungen des Flussbetts, die für einen dynamischen und „wilderen“ Lech notwendig wären, treten aufgrund der geringen Wasserführung nur selten ein. Hinzu kommt, dass der Lech durch die vorhandenen Staustufen kaum noch Kies transportiert, sodass die für den Fluss typischen Umlagerungsprozesse ausbleiben. Zudem hat sich der Fluss über Jahrzehnte zunehmend in sein Bett eingegraben, was wiederum Auswirkungen auf Grundwasser, Ufervegetation und die Stabilität des Flusslaufs hat.

Weil diese natürlichen Prozesse im Bereich Meitingen kaum noch von selbst einsetzen, sollen dort stärker aktive Renaturierungsmaßnahmen vorgesehen werden. Frietsch nannte unter anderem das Einbringen von Totholz zur Schaffung vielfältiger Strömungsverhältnisse, die Anlage von Flutkanälen und Nebenarmen, die nahe Waldabschnitte regelmäßig überfluten sollen, sowie Maßnahmen, die einer weiteren Tieferlegung des Flussbetts entgegenwirken. Während in Abschnitt 1 südlich von Augsburg langfristig auf natürliche Dynamik gesetzt wird, müssen vergleichbare Effekte in Abschnitt 3 aufgrund der strukturellen Einschränkungen gezielt und früher initiiert werden.

Die hydrologischen und morphologischen Modellierungen sollen im Laufe des kommenden Jahres abgeschlossen werden. Auf dieser Grundlage wird anschließend die konkrete Planung für Abschnitt 3 erarbeitet. Nach heutigem Stand ist davon auszugehen, dass bis 2027 relativ klar sein dürfte, welche Maßnahmen im Detail vorgesehen sind. Im weiteren Verlauf werden voraussichtlich noch Grundstücksfragen zu klären sein, da einzelne benötigte Flächen in Privateigentum stehen. Veränderungen des Grundwasserspiegels sowie Belange des Hochwasserschutzes müssen in der weiteren Planung sorgfältig abgewogen werden; fest steht, dass der Hochwasserschutz durch das Projekt keinesfalls beeinträchtigt werden darf.

Alexander Yacine Ghoggal

Im Anschluss an die Vorträge nutzten viele der Anwesenden die Gelegenheit, Fragen zu stellen. Sie betrafen unter anderem den zeitlichen Rahmen der Maßnahmen, mögliche Änderungen des Grundwasserspiegels und die Auswirkungen auf den Hochwasserschutz. Unter der Moderation des OV-Sprechers Alexander Yacine Ghoggal wurden diese Fragen ausführlich beantwortet und die unterschiedlichen Aspekte des Projekts transparent diskutiert.

Der Abend zeigte deutlich, wie groß das Interesse an der Zukunft des Lechs in Meitingen ist und wie wichtig ein faktenorientierter, nachvollziehbarer Austausch über die weiteren Schritte des Projekts bleibt.

Der Grüne OV Meitingen hält euch weiter auf dem Laufenden.