Ein Stück Energiegeschichte geht zu Ende – Raum für Neues entsteht.

Seit dem Beginn des kommerziellen Betriebs im Jahr 1967 prägte das Kernkraftwerk Gundremmingen viele Jahrzehnte lang das Bild des Bezirks Schwaben. Am 25. Oktober 2025 wurden nun die beiden markanten Kühltürme gesprengt – ein sichtbares Zeichen für das Ende der Atomkraft in unserer Region.

Alexander Yacine Ghoggal, Sprecher des Grünen Ortsverbands Meitingen, war vor Ort und hat das Ereignis für uns bei strömendem Regen begleitet und dokumentiert.

Die beiden Kühltürme, kurz vor ihrer Sprengung

Wir wissen: Viele Menschen verbinden mit dem Kraftwerk auch persönliche Erinnerungen – es war Landmarke, Orientierungspunkt und für manche sogar ein Stück Heimat, wenn man von einer langen Reise zurückkam. Doch über Parteigrenzen hinweg herrscht heute Einigkeit: Atomkraft ist weder wirtschaftlich noch verantwortbar. Selbst die Regierungsparteien CDU und CSU haben den Betrieb keines Atomkraftwerks wiederaufgenommen und planen dies auch nicht.

Der erste Turm bricht nach seiner Sprengung zusammen

Der Betrieb von Atomkraftwerken ist mit unkalkulierbaren Risiken verbunden. Kein Versicherungsunternehmen war je bereit, die potenziellen Schäden zu realistischen Konditionen zu decken. Die Betreiber konnten sich nur gegenseitig – und das auch nur zu einem Bruchteil des Risikos – absichern; für den überwiegenden Teil hätte letztlich der Steuerzahler gehaftet. Eine solche versteckte Subvention wäre in keinem anderen Industriebereich akzeptabel.

Hinzu kommt das nicht gelöste Problem der Endlagerung: Bis heute existiert kein Standort in Deutschland, der über Jahrtausende hinweg sicher bleibt und das Grundwasser nicht gefährdet. Die Rückstellungen der Betreiber reichen bei Weitem nicht aus, um die Folgekosten dieser Altlast zu tragen.

Vor diesem Hintergrund ist der Rückbau folgerichtig. Mit der Sprengung der Kühltürme wird Platz geschaffen für die Energiezukunft:
Auf dem Gelände plant RWE den Bau eines Batteriespeichers, der erneuerbare Energie effizient zwischenspeichern und so zur Versorgungssicherheit beitragen soll.

Wir begrüßen diesen Schritt ausdrücklich – als Symbol für den Übergang von einer riskanten Vergangenheit zu einer nachhaltigen, sicheren und bezahlbaren Energiezukunft.